Chorleiter

Chasper-Curò Mani – Dirigent und Sänger aus Leidenschaft

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Musik ist für mich wie Luft zum Atmen, Gesang eine pure Lebensnotwendigkeit. Und die Zusammenarbeit mit Sänger: innen,
Musiker: innen und Menschen überhaupt gehört für mich zu den schönsten und wichtigsten Dingen.

Seit ich ein kleines Kind war, singe ich, mache Musik oder bin von Musik umgeben. Mein Vater, selbst Komponist und Pianist, hat mich schon früh dafür begeistert. Neben dem Kinderchor durfte ich bereits als Schüler solistisch auftreten – unter anderem beim Schlussbild der nationalen Feier zur 700-Jahrfeier der Schweiz, ganz allein vor grossem Publikum und im Fernsehen.

Als Teenager wollte ich zunächst mit meiner Band durchstarten. Gleichzeitig merkte ich immer deutlicher, wie sehr mich der klassische Gesang, das Musiktheater und die Chormusik faszinierten. So entschied ich mich für ein Gesangsstudium an der ZHdK und der HKB, welches ich mit Lehr-, Konzert- und Solistendiplom jeweils mit Auszeichnung abschloss. Später folgten Studien in Dirigieren, der Masterabschluss als Kantor sowie ein MAS in Orchesterleitung.

Nach kurzer Zeit konnte ich mich als freischaffender Bariton und Musiker selbst finanzieren und mir durch ein breites Tätigkeitsfeld in Musiktheater, Musical und Oper sowie als Konzert- und Liedsänger eine vielseitige künstlerische Tätigkeit aufbauen. Gleichzeitig war und ist es mir wichtig, eigene Herzensprojekte zu verwirklichen. So gründete ich unter anderem die OPERETTA ARDEZ und entwickelte sie als Initiator und künstlerischer Leiter über zehn Jahre hinweg zu einer festen Kulturinstitution im Engadin, die weit über die Kantonsgrenzen hinausstrahlt.

Heute widme ich mich neben meiner Tätigkeit als Sänger und Darsteller mit Herzblut meiner Arbeit als Dirigent. Ich leite den Madrigalchor Wetzikon, den Oratorienchor Singkreis Bezirk Affoltern, sowie das Generationenprojekt Singlust Zollikon mit jeweils über 150 Mitwirkenden. Zudem leite ich verschiedene Chorwochen und bin musikalischer Leiter der Theatergesellschaft Beinwil, die alle zwei Jahre eine Operette auf die Bühne bringt.

Die Arbeit mit dem Madrigalchor inspiriert und beflügelt mich bei jeder Probe und bei jedem Konzert. Der differenzierte Klang, der sowohl kräftig, wie auch zart und schlicht sein kann, und die gemeinsame Erfahrung als sehr musikalischer Chor, lässt mich mit dem Madrigalchor wie mit einem semiprofessionellen Ensemble arbeiten.

Grosse Höhepunkte waren die Aufführung der Johannespassion sowie wunderbare Konzerte mit Werken von Heinrich Schütz oder dem Fauré Requiem in der speziellen Fassung für Orgel, Cello, Violine und Harfe. Ich freue mich nun sehr auf das Mozart Requiem in einer interessanten Verschränkung mit Teilen des Messias von Händel, welche das oft gespielte Werk ganz anders erlebbar machen soll. Im nächsten Frühling folgt ein wunderbares Programm mit Kompositionen für Chor und Klavier von Gabriel Fauré und anderen französischen Komponisten. In weiteren Konzerten werden wir uns verschiedenen, teilweise auch unbekannteren Kompositionen widmen. Es sollen jedoch auch grössere Werke wie Elias von Felix Mendelsohn aufgeführt werden oder zum 40-jährigen Jubiläum etwa die H-Moll Messe welche für den Madrigalchor prädestiniert zu sein scheint.

In meinen Proben versuche ich stets, die Musik gemeinsam mit dem Chor zu erforschen, ihr näherzukommen und sie wirklich zu verstehen. Mich interessiert, welchen Klang und welchen Charakter ein Werk braucht und wie wir diesen gemeinsam finden können.

Besonders beglückend ist für mich der gemeinsame Weg, eine Musik zu lesen, zu hören und zu entdecken, als wäre sie ganz neu, um daraus Schritt für Schritt einen gemeinsamen, authentischen und berührenden Ausdruck entstehen zu lassen.

Wenn plötzlich alle gleichzeitig einatmen, gemeinsam sprechen, phrasieren und schwingen, entsteht etwas, das weit über die Summe der einzelnen Stimmen hinausgeht. Genau diese Momente sind für mich eine der schönsten und inspirierendsten Erfahrungen des gemeinsamen Musizierens.

Deshalb gehört eine intensive Stimmbildung zu meiner Probenarbeit. Ich versuche auch, die verschiedenen Facetten eines Werkes möglichst lebendig und unmittelbar erfahrbar zu machen. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass dies alles in einer entspannten, inspirierenden, freundlichen und oft auch lustigen, dann wieder tiefgründigen Atmosphäre geschieht.

Musik darf anspruchsvoll sein – aber sie soll vor allem Freude machen und Menschen berühren.

Gerade in der heutigen Zeit empfinde ich das gemeinsame Singen und Konzerte, bei denen viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, als immer wichtiger. Ein Chor ist für mich ein kleines Abbild dessen, was auch unser gesellschaftliches Zusammenleben ausmacht: Jeder Mensch bringt seine eigene Stimme mit. Erst wenn wir aufeinander hören, miteinander atmen, Rücksicht nehmen und uns gegenseitig tragen, entsteht etwas Gemeinsames.

Dass Menschen ihre Stimmen verbinden, gemeinsam schwingen und klingen und dabei etwas erschaffen, das keiner allein hervorbringen könnte, ist für mich nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich von grosser Bedeutung.

Mit musikalischen und herzlichen Grüssen

Chasper-Curò Mani

http://www.chaspermani.ch
https://operetta-plazzetta.ch